Käthe Kollwitz wird offiziell in die Ruhmeshalle Walhalla aufgenommen

In einem Festakt mit anschließendem Staatsempfang wird die Büste von Käthe Kollwitz am 29. Mai 2019 in der WALHALLA in Donaustauf bei Regensburg aufgestellt.

KKbuste

Bereits im Dezember 2017 beschloss der bayrische Ministerrat die Aufstellung der Kollwitz Büste. Der damalige Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle würdigte die Künstlerin als eine große deutsche Persönlichkeit, die auf ihrem Gebiet Herausragendes geleistet hat:
Käthe Kollwitz berührt mit ihren Werken bis heute. Ihr Schaffen umfasst alle große Lebensthemen. Sie stellt mit ihrem Leben und ihrer Haltung ein Vorbild dar, auf das alle Deutschen stolz sein können. Ihr Werk spiegelt menschliches Leid, Tod und Trauer. Es eröffnet auf einzigartige Weise die Perspektive von Frauen auf Kriegserfahrungen.

Der Vorschlag zur Aufstellung einer Büste von Käthe Kollwitz geht auf Gabriele Meuer und ihre Initiative « Käthe Kollwitz zu Ehren » zurück. Als Schulprojekt der 10. Klasse an der Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover gestartet, konnte Gabriele Meuer mit ihren Schüler*innen viele weitere Kollwitz-Schulen in Deutschland von ihrer Idee begeistern und sich auch der Unterstützung der Käthe Kollwitz Museen in Berlin, Köln und Moritzburg sowie der Akademie der Künste Berlin vergewissern.
Im vergangenen Jahr hat die Initiative 30.000 Euro an Spenden gesammelt, um die Schaffung und Aufstellung der Büste zu finanzieren. Als gestaltenden Künstler für die Büste gewannen sie den Hannoveraner Bildhauer Uwe Spiekermann. Höchstpersönlich habe Spiekermann Marmor Bianco Statuario aus dem Südtiroler Ort Laas geholt. Dort werde der Stein in mehr als 2.000 Metern Höhe nur unter Tage abgebaut. Die Schüler*innen der Kollwitz-Schule Hannover begleiteten den Werkprozess in ihrem Schulblog « Käthe goes Walhalla » und besuchten den Künstler mehrfach in seiner Werkstatt.
Selbstverständlich werden sie auch bei der Aufstellung der Büste in Donaustauf dabei sein, wenn Gabriele Meuer als Leiterin der Initiative das Grußwort spricht und Uwe Spiekermann seine Büste erläutert. Hannelore Fischer, Leiterin des Käthe Kollwitz Museums in Köln, wird den Festvortrag halten. Auch die Familie Kollwitz wird an dem Festakt teilnehmen.

DonaustaufDie 1842 im Auftrag von König Ludwig I. erbaute Ruhmes- und Ehrenhalle Walhalla in Donaustauf bei Regensburg ehrt herausragende Deutsche durch die Aufstellung einer Büste. Derzeit befinden sich 130 Büsten und 64 Gedenktafeln in der Walhalla. Für eine Aufnahme sollte die in Frage kommende Persönlichkeit wenigstens 20 Jahre tot sein, der germanischen Sprachfamilie angehören und Bedeutendes in Politik, Sozialwesen, Wissenschaft oder Kunst geleistet haben. Entscheidungen über Aufstellungen erfolgen im Abstand von etwa fünf bis sieben Jahren.

kaethe-kollwitz-logo

http://www.kollwitz.de

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1. Mai 1922

 

MärzFriedhof

Märzfriedhof Okt 1913 (Lithografie)

Berlin. Kalt, windig, regnerisch.

Trotz allem eine Demonstration im Lustgarten, wie wir sie noch nicht sahen. Die Sozialdemokraten, die Unabhängigen und die Kommunisten demonstrierten gemeinsam. Endlose Züge vereinigten sich und strömten zusammen. Die roten Fahnen wehten im Winde, Musikkapellen spielten die Internationale und die Marseillaise, mit kränzen geschmückte Kinder zogen im Zuge, offene Wagen gab es mit roten Blumen und Bändern geschmückt auch für die Kinder, die roten Fahnen mit dem Sowjetstern flatterten neben denen der SPD. Ein herrliches Bild gemeinsamer froher festlicher Kampfesstimmung. Noch Kampfesstimmung, noch ist der 1. Mai ebenso oder noch mehr Kampftag als Festtag, aber doch auch schon Festtag. Internationaler Weltfeiertag !

Käthe Kollwitz, Die Tagebücher 1908-1943

btb Verlag – Seite 531

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1er mai 1922

MärzFriedhof

Märzfriedhof, Okt 1913- Cimetière de mars, oct 1913 (Lithographie)

Berlin. Froid, vent, pluie

Malgré cela, une manifestation dans le parc comme nous n’en avions jamais vue.

Les Socio-démocrates, les Indépendants et les communistes manifestaient ensemble.

Des cortèges sans fin se réunissaient. Les drapeaux rouges volaient dans le vent, des orchestres jouaient l’Internationale et la Marseillaise, des enfants ornés de couronnes défilaient, il y avait aussi pour les enfants des voitures découvertes décorées de roses rouges et de rubans, les drapeaux rouges avec l’étoile des soviets flottaient à côté de ceux du SPD. Un magnifique tableau d’un désir de combat commun, joyeux et solennel. Mais encore un désir de combat – le premier mai est encore plus un jour de combat qu’un jour de fête-, mais il commence aussi à devenir un jour de fête. Jour de fête du monde, international !

« Journal, 1908-1943- Käthe Kollwitz » (page 243) – Édition l’Atelier Contemporain.

Traduction Micheline Doizelet et Sylvie Doizelet

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