Alfred Hrdlicka

Auf den Barrikaden

 Alfred Hrdlicka im Käthe-Kollwitz-Museum

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Sonderausstellung vom 11. März bis 2. Juni 2019 

Eröffnung der Ausstellung am 10. März 2019 um 11 Uhr

Der österreichische Bildhauer, Zeichner und Grafiker Alfred Hrdlicka (*1928) verstarb vor zehn Jahren im Dezember 2009 in Wien. Aus diesem Anlass präsentiert das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin in Zusammenarbeit mit der Galerie Hilger, Wien, eine Ausstellung mit seinen Werken zum Thema Revolution. Gezeigt werden Teile der Zyklen zur „Französischen Revolution“ aus der Zeit von 1986/87 sowie zur „Revolution 1848“ aus dem Jahr 1998.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es kaum einen figürlich arbeitenden Künstler, der politisch engagierter war, als Alfred Hrdlicka. Dieses Engagement fand in einer kraftvollen Bildsprache und einem begnadeten bildhauerischen und zeichnerischem Können seinen eindrucksvollen künstlerischen Ausdruck.

Mit seinen ungestümen Arbeiten auf Papier, die voller Grausamkeiten, Perversionen und Gewaltphantasien sind, provozierte er den Kunstbetrachter und erzwang eine Haltung zu den ihm wichtigen Themen. Der Mensch steht im Mittelpunkt seines Schaffens und ist für Hrdlicka sowohl leidendes Opfer, wie triebhaftes Wesen. Die historischen Begebenheiten, die der Künstler häufig in grafischen Zyklen darstellte, verweisen immer auch in die Gegenwart und sind daher von beängstigender Aktualität. In ihrem Interesse an revolutionären Themen und ihrer virtuosen Beherrschung zeichnerischer und grafischer Techniken treffen sich Hrdlicka und die Namensgeberin des Museums.

In Berlin wurde Hrdlicka Anfang der 1970er Jahren mit der Ausgestaltung des Evangelischen Gemeindehauses Plötzensee bekannt. In Form eines mittelalterlichen „Totentanzes“ gedachte der Künstler der Opfer der NS-Herrschaft und der Bedrohung der Menschen durch Gewalt, Macht und Willkür.

Präsentiert werden ca. 35 Arbeiten auf Papier und zehn zum Teil großformatige Plastiken.

VERANSTALTUNGEN

Donnerstag, den 16. Mai 2019, 19 Uhr | VORTRAG

Künstler! – Politische Künstler? Alfred Hrdlicka und seine Zeitgenossenschaft
Prof. Wolfgang Ruppert
Universität der Künste Berlin

Sonntag, den 2. Juni 2019, 11 Uhr | FINISSAGE mit Künstlergespräch

Die Arbeitsweise von Alfred Hrdlicka und Erfahrungen aus seiner Lehre
Bernd Stöcker
Bildhauer, Triftern

In der Reihe Kollwitz aktiv wird es für Mitglieder des Freundeskreises eine Führung durch das Evangelische Gemeindezentrum Plötzensee und die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum geben.

Einladung_Titel

Alfred Hrdlicka, Die Berliner Bürgerwehr schießt auf aufständische Arbeiter, 1998, Radierung aus dem Zyklus Die Revolution 1848. Aufbruch zur Freiheit. (c) Alfred Hrdlicka-Archiv, Wien: http://www.alfred-hrdlicka.com

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